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Draht-Lexikon: die wichtigsten Begriffe.

Wer über Draht spricht, braucht präzise Begriffe. Dieses Lexikon erklärt die wichtigsten – kurz genug zum Nachschlagen, genau genug zum Zitieren. Es wächst mit jedem neuen Beitrag der Wissen-Ebene.

Draht-Lexikon – Fachbegriffe der Drahtherstellung

Feindraht

Draht, der durch mehrfaches Kaltziehen auf feinste Durchmesser gebracht wird; innerhalb der BenderWire Group bis 11 µm (0,011 mm), feiner als ein menschliches Haar.

Walzdraht

Das Vormaterial der Drahtherstellung: warmgewalzter Draht (typisch ~5,5 mm), aus dem durch Kaltziehen alle feineren Abmessungen entstehen.

Kaltziehen

Umformen des Drahts durch Ziehsteine bei Raumtemperatur. Der Durchmesser sinkt, die Länge wächst, die Festigkeit steigt – aus 5,5 mm auf 1,2 mm entsteht rund die fünffache Länge.

Ziehstein

Das Werkzeug mit konischer Bohrung, durch das der Draht gezogen wird. Bestimmt Maßhaltigkeit, Oberfläche und – beim Federdraht – die Richtqualität.

Glühen / Rekristallisation

Wärmebehandlung zwischen den Zügen: Das beim Ziehen verformte Gefüge kehrt in seinen Ursprungszustand zurück, der Draht wird wieder umformbar – und je nach Kundenwunsch weich oder hart eingestellt.

weichgeglüht vs. hartgezogen

Zwei Lieferzustände: weichgeglüht ist dehnbar und gut weiterverarbeitbar; hartgezogen hat hohe Zugfestigkeit (1.500–2.000 N und mehr) bei geringer Dehnung – gefragt z. B. bei Seilern.

Gefüge

Die innere Kristallstruktur des Stahls. Sie entscheidet über Festigkeit, Umformbarkeit und Ermüdungsverhalten – und wird über Ziehen und Glühen gezielt eingestellt.

Nichtmetallischer Einschluss

Eine Verunreinigung im Gefüge, wirksam wie ein zu großer Stein im Beton: eine potenzielle Sollbruchstelle. Bei feinsten Drähten entscheidend – deshalb kommen dort mehrfach bzw. vakuum-umgeschmolzene Güten zum Einsatz.

vakuum-umgeschmolzen

Ein zusätzlicher Umschmelzprozess unter Vakuum, der Einschlüsse reduziert und Reinheit wie Oberfläche verbessert – Standard für anspruchsvolle Medizinanwendungen (z. B. 304V).

Bright-Drawn

Ziehverfahren für glatte, glänzende Oberflächen bei engen Toleranzen; bei Medizindraht auch Grundlage für In-Vitro-Test-Belegbarkeit.

Litze vs. Seil

Eine Litze besteht aus mehreren verdrillten Einzeldrähten; mehrere Litzen zusammen ergeben ein Seil. Beide verbinden Flexibilität mit Tragkraft.

Drahtgestrick vs. Drahtgewebe

Gestrick entsteht auf Rundstrickmaschinen als poröser Schlauch (durchlässig für Luft, Gas, Flüssigkeit – z. B. Filter, Demister); Gewebe entsteht aus Kette und Schuss am Webstuhl (z. B. Siebe, Fassaden, Schutzgitter).

Braiding (Flechten)

Das Verflechten feinster Drähte, z. B. zur verstärkenden Drahtlage im Katheter: Sie liefert Torsionssteifigkeit und Schiebbarkeit – nicht das Polymer.

EDM-Draht (Erodierdraht)

Draht für das funkenerosive Schneiden (Electrical Discharge Machining); wird als eigene Kategorie nach Anwendung geführt, nicht nach Legierung.

Kronenstock

Ein Wickelträger, auf dem gezogener Draht aufgenommen und transportiert wird. Vor dem Versand wird die Legierung an drei Stellen geprüft, damit keine gemischten Werkstoffe ausgeliefert werden.

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